Station 17 wurde bereits vor 18 Jahren von Initiator Kai Boysen zusammen mit »behinderten« und »nicht behinderten« Musikern in Hamburg gegründet.
Denn soviel ist klar: statt um Gutmenschen-Gestus geht es bei Station 17 nach wie vor um Musik, um die stetige Neuformulierung einer sehr eigenen Soundästhetik.
Verträumte Klangwelten betten subtil-verschrobenen Gesang auf sonnige Beats: »Nadine, du bist meine beste Freundin, du bist immer bei mir«. Dass »Nadine« der Name eines Kopfkissens ist, weiß allerdings nur Sänger Dennis Seidel.
Obwohl bei Station 17 eine gewisse Bandmember-Fluktuation genauso gute Tradition wie Ergebnis eines offenen Musikkonzeptes ist, funkelt auf Mikroprofessor eine sehr klare Handschrift durch.
www.station17.net/www/index.html
Da aber Endlos-Sessions, Bongotrommeln und wallendes Haupthaar so funky wie Socken in Sandalen sind, wohnt der Can’sche Laborgeist bei Station 17 schon lange auf der Festplatte. Dank digitaler Vor- und Nachbearbeitung der Tracks verlieren solch überkommene Gegensätze wie Improvisation-Konzept oder Mensch-Maschine ihre Eindeutigkeit, schreibt sich die Reproduktion jeweils neu in die Produktion ein.